Spirituelles-Portal Impressum, Kontakt AT D Image Map


Anzeige
Kooperations-Partner
Anzeige
Anzeige


Zitat des Tages
Marie von Eschenbach
Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei, als tausend 'Feinde zu unsere Unglück.


»Zitate suchen / selber eingeben

Text

Du bist Gott. - Wer? Ich?
William T. Hathaway
„Du bist Gott“ scheint eine absurde Gotteslästerung und muss deshalb näher erläutert werden. In der vedischen Tradition und dem Panentheismus bist nicht nur du Gott. Wir alle sind Gott. Und nicht nur wir sind Gott. Alles ist Gott. Gott ist das Universum in Synergie, die Ganzheit, die mehr als die Summe ihrer Teile ist.
                  
Text auf Facebook etc. verlinken
Mehr Texte
Texte zum Thema

Das widerspricht der gewöhnlichen westlichen Theologie, die auf einer Spaltung zwischen Schöpfer und Schöpfung basiert. Nach dieser Sicht hat Gott das Universum mit uns darin erschaffen, und jetzt beobachtet er uns, belohnt oder bestraft uns gemäß unserem Verhalten.

Die östlichen Religionen und die mystische Traditionen des Westens haben eine andere Sicht: Gott wurde das Universum, manifestierte es, ist es. Statt das Universum zu beobachten, lebt Gott es. Das Universum ist die aktive Seite Gottes. Gott ist mehr als das Universum, aber nichts darin ist nicht Gott.

Aber wenn wir Gott sind, warum sind wir dann so ungöttlich? Weil unsere Einheit mit Gott nur in einem höheren Bewusstseinszustand lebendige Realität ist. Realität, wie Maharishi Mahesh Yogi sagte, hängt von unserem Bewusstseinszustand ab. Wir erfahren regelmäßig drei Bewusstseinszustände: Tiefschlaf, Träumen und Wachsein. Jeder Zustand hat seine eigene Realität mit charakteristischen Merkmalen von Gehirnwellen, Stoffwechsel und Blutchemie.

Wachsein ist der Bereich der Dualität. Hier sind wir in der Relativität von Zeit, Raum und Materie gefangen, und wir erleben eine Spaltung zwischen uns und den anderen. Im Wachsein ist die Idee, dass wir Gott sind, Unsinn, denn sie widerspricht unserer Wahrnehmung.

Es ist jedoch möglich, einen vierten Bewusstseinszustand mit seiner eigenen Realität und Physiologie zu erleben. Er heißt „transzendentales Bewusstsein“, weil er den anderen dreien zugrunde liegt. Hier sind Dualismus und Materialismus des Wachseins nur oberflächliche Eigenschaften. Die tiefere Realität ist Einheit, wo sich die Spaltung auflöst und alles, inklusive Materie, als ein einheitliches Feld des Bewusstseins erlebt wird. Hier vereinigt sich dein individueller Geist mit dem Geist Gottes. Du bist nicht mehr nur ein Teil Gottes. Du transzendierst die Grenzen deines kleinen Selbst und expandierst in das eine große Selbst, in den göttlichen Geist, der das Universum belebt. Alle Trennungen zwischen dir und Gott verschwinden, und ihr werdet Eins.

Im transzendentalen Bewusstsein bist du wirklich Gott, und du lebst in Heiligkeit. Die effektivste Methode, die ich kenne, diesen Zustand regelmäßig zu erreichen, ist Transzendentale Meditation. Aber sogar mit TM ist er meistens ein kurzes Erlebnis. Im transzendentalen Bewusstsein ist der Geist ohne Gedanken. Er erreicht die Quelle der Gedanken, wo er reines Sein wird, wach und bewusst, aber ohne Objekt: Bewusstsein erfährt sich selbst. Dieser Zustand ist so beglückend, so alles umfassend, so göttlich, dass wir denken, Wie wunderschön! Und sobald wir diesen Gedanke haben, sind wir nicht mehr da.

Aber wenn wir rauskommen, bringen wir etwas von der Energie, Intelligenz und Freude dieses einheitlichen Feldes mit in unseren Wachzustand, wo sie unser Leben bereichern. Ironischerweise besteht diese Bereicherung besonders darin, dass wir unsere Verschiedenheit von Gott mehr wertschätzen. Diese Verschiedenheit, die wir im Wachzustand erleben, ist eine große Hilfe bei der Andacht. Man findet es leichter, etwas außerhalb von einem zu lieben, auch wenn es nicht wirklich außerhalb ist.

Jedes Erlebnis von transzendentalem Bewusstsein befreit auch unser Nervensystem von angesammeltem Stress aus der Vergangenheit. Dieser Stress - oder Karma - macht unseren Geist unfähig, im transzendentalen Bewusstsein zu bleiben, während wir denken und handeln. Wenn aller Stress verschwunden ist - was normalerweise viele Jahre dauert - funktionieren wir ständig auf dieser Ebene.

Das ist Erleuchtung, der Höhepunkt der menschlichen Entwicklung, in dem unsere Einheit mit Gott eine lebendige Realität ist, nicht nur ein Konzept. Dann leben wir immer in Heiligkeit.

*
William T. Hathaway ist Autor der Bücher A World of Hurt (Rinehart Foundation Preis), CD-Ring, Summer Snow, Wellsprings: A Fable of Consciousness und Radical Peace: People Refusing War (deutsche Ausgabe Das Ende der Kriege: http://www.jesbin.de/Buecher.html#panel-4). Weitere Infos: www.peacewriter.org. Er war Gastprofessor für Amerikanistik an den Universitäten Oldenburg und Bonn und ist seit 1971 Lehrer für Transzendentale Meditation.

Text auf Facebook etc. verlinken
                  
Impressum | Kontakt (Email) | Mediadaten | Suchmaschinenoptimierung | meditationskissen | Spirituelle-Anbieter