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Persönliche Verantwortung entdecken
Ariel & Shya Kane
Wir kannten einmal eine 60–jährige Frau namens Susan, die noch sehr unvollständig mit ihren Eltern war. Laut ihrer Geschichte war ihr verstorbener Vater ein sehr wütender Mann. Allerdings hatte Susan hauptsächlich Themen mit ihrer Mutter, die ebenfalls verstorben war. Diese Unabgeschlossenheiten wurden immer wieder mit allen anderen Frauen in ihrem Leben erneut abgespult, auch mit denen, die jünger als sie waren, wie zum Beispiel ihre Schwiegertochter Megan.
            
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Susan rief uns an, um mit uns eine Einzelsitzung zu vereinbaren, weil sie ein Problem hatte. Ihrer Meinung nach schien es so, als sei Megan angriffslustig und behandele sie mit Respektlosigkeit. Ihre größte Sorge war, dass ihre Schwiegertochter, die gerade schwanger war und bald ihr Kind bekommen würde, es ihr untersagen könnte, das Kind zu sehen. Laut Susan war Megan gemein, bösartig, gehässig und rachsüchtig. In der Absicht, die Situation zu retten, suchte Susan verzweifelt nach einer Möglichkeit, wie sie Megan dazu bekommen könnte, sie zu mögen.

Da wir entdeckt haben, dass man zwei Personen braucht, um zu streiten aber nur eine, um den Streit zu beenden, erklärten wir Susan, dass unsere Herangehensweise auf persönlicher Verantwortung basiert. Wir leiteten sie dazu an, sich ihren Anteil in der Dynamik der Beziehung anzuschauen, der zu der Disharmonie zwischen ihr und ihrer Schwiegertochter geführt hatte.

Die meisten von uns schauen sich ihr Leben nicht so an, als wären sie Wissenschaftler. Normalerweise, wenn etwas passiert, das uns nicht gefällt, schauen wir nicht zurück und untersuchen die Vorboten zu dem Ereignis. Wir schauen nicht, was gesagt oder getan wurde, das letztendlich zu dem Ärger führte. Also kommt es uns so vor, als hätte sich die andere Person unangemessen aufgeregt. Aber selten schauen wir unseren eigenen Anteil an dem, wie diese Person auf uns reagiert hat, an. Was haben wir getan oder nicht getan, das ihn oder sie so in die Luft hat gehen lassen?

Was Susan nicht beachtet hatte, war die Tatsache, dass sie starke Werturteile bezüglich Megan hatte. Sie hatte auch nicht gesehen, dass sie darauf eifersüchtig war, dass ihr Sohn jetzt seiner Frau mehr Aufmerksamkeit schenkte als ihr. Sie war genervt, verärgert und darauf aus, die Schuld dafür bei Megan zu finden.
 
Während des Gespräches kam heraus, dass sie immer noch einen Groll darüber hegte, wie das Paar vor Jahren seine Hochzeit geplant hatte. Sie sammelte immer noch Zustimmung von Megan's Mutter und anderen darüber, dass die Dinge doch hätten anders gemacht werden sollen. Susan hatte Druck auf das Paar ausgeübt, ihr Leben nach ihren Vorstellungen von dem, was richtig war, zu leben – manchmal still und leise, manchmal offen. Es war Susan nie in den Sinn gekommen, dass ihre Haltung und Einmischung in das Leben ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter möglicherweise der tatsächliche Auslöser für den Stress in der Beziehung sein könnte - und nicht eine Charakterschwäche von Megan.

Anschließend luden wir Susan auf einen unserer Wochenendworkshops ein. Wir haben festgestellt, dass die Art, wie man eine Sache macht, auch die Art ist, wie man alles macht. Wir hatten den Eindruck, dass ihre Teilnahme ihr ermöglichen würde zu beobachten, wie sie mit anderen Menschen umgeht und dass sie somit einen weiteren Einblick in die Dynamik ihrer Beziehung zu ihrer Schwiegertochter gewinnen könnte. Wir müssen zugeben, dass wir überrascht waren, wie sich die Ereignisse im Laufe des Kurses entfalteten:

Am Freitagabend stellte sich jeder vor, und die Leute waren aufrichtig darüber begeistert, dort zu sein und einander kennen zu lernen. Susan passte hervorragend dazu. Bis Samstagnachmittag hatte sich allerdings die Dynamik, wie sie sich mit anderen und ihrer Umwelt verhielt, angefangen zu offenbaren.

In der Nachmittags-Sitzung fragten wir die Gruppe, wie denn die Mittagspause verlaufen war, und ein Mann namens Alex meldete sich. Er berichtete auf sehr ruhige Art, dass er mit Susan und einer anderen Person - beide hatte er vorher noch nicht gekannt - zum Essen gegangen war. Er bemerkte, dass es sich über Mittag mit Susan seltsam streitlustig anfühlte und er fing an, sehr genervt von ihr zu sein.

Laut Alex waren die Fragen und Bemerkungen von Susan während des Essens auf ihr Ziel ausgerichtet, das zu bekommen was sie wollte. Es fühlte sich für ihn so an, als wäre sie aufdringlich und als wolle sie, dass die Dinge nur so laufen, wie sie es gerne hätte, ohne im geringsten auf die anderen Rücksicht zu nehmen. Alex musste sogar über sich selber grinsen. Er sagte uns und Susan, dass er früher – bevor er sich der Mechanismen seines Denkens bewusst war – angefangen hätte, mit ihr zu diskutieren und Streit zu suchen, nur um in Opposition zu ihr zu sein. Durch Bewusstheit war er in der Lage, die Konfrontation zu umgehen.

Wir fanden, dass diese Rückmeldung außerordentlich wertvoll für Susan war, denn ihre Selbstwahrnehmung war die einer „süßen alten Dame, die keiner Fliege etwas zu leide tun könnte". Sie war sich absolut nicht darüber bewusst, dass sie starke Meinungen für und gegen Dinge hatte, selbst zu anscheinend unbedeutenden Themen, wie zum Beispiel das Auswählen eines Restaurants zum Mittagessen. Aber als Alex ihr die Rückmeldung gab, schien sie seine Bemerkungen zu ignorieren und so zu tun, als würde er von jemand anderem sprechen, also gingen wir zum nächsten Thema über.

Als am nächsten Morgen die Leute eintrudelten, sahen wir eine weitere Interaktion zwischen Susan und einer anderen Teilnehmerin namens Helen, die sehr aussagekräftig war. Helen kam an und trug ihren Lieblings–Strohhut, ein Geschenk, das sie vor kurzem von sehr guten Freunden erhalten hatte. Da wir in der Nähe standen, konnten wir hören, wie Susan sanft sprechend „schöner Hut" kommentierte. 
                            
Helen war gerade dabei, ihre Tasche abzulegen und hatte den Kommentar nicht gehört. Sie fing an, in ihrer Handtasche nach einem Kaugummi zu suchen und sagte dabei „Wo bist du? Ich weiß doch, daß du hier irgendwo drin bist." Kurz danach fand Helen ihre Kaugummi–Packung, steckte sich ein Stück in den Mund und ging los, um sich einen Platz zu suchen.

Später erzählte uns Susan unter vier Augen, wie sie die beiden Begebenheiten erlebt hatte, sowohl mit Alex als auch mit Helen. Erst sagte sie: „Es tut mir wirklich leid für den Mann mit dem Wut–Problem.". „Von welchem Mann sprichst du?", fragten wir. „Ach, dieser Alex. Offensichtlich ist er ein sehr wütender Mann. Ich habe beim Mittagessen gar nichts getan, um ihn zu provozieren. Und Helen ist auch sehr beleidigend. Um ehrlich zu sein, hat sie mir praktisch den ganzen Workshop ruiniert.".  „Wovon sprichst du, Susan?" „Also heute morgen habe ich ihr ein Kompliment wegen ihrem Hut gemacht, und sie drehte sich eingeschnappt um und ignorierte mich total. Dann murmelte sie vor sich hin: ‚Ich trage diesen blöden Hut nur weil es draußen heiß ist!"

Wir waren schockiert.

Da wir den Austausch beobachtet hatten, wussten wir, dass Susans Schlussfolgerung nicht ferner von der Realität hätte sein können. Sie hatte die Vergangenheit derart neu ausgelegt, um ihren Standpunkt wahr zu machen - auf Kosten der Beziehungen zu Alex und Helen. Sie hegte jetzt Groll gegen die beiden für Ereignisse, die nicht so geschehen waren, wie sie sich daran erinnerte. Susan nahm etwas, das in der Tat nie geschehen war, und verletzte sich damit. Die Vorstellung von persönlicher Verantwortung war ein Konzept, das ihr völlig unbekannt war. Susans Erfahrungen wurden neu geschrieben, um die Umstände umzudeuten, damit sie mit ihren Ansichten übereinstimmten. Es wurde uns klar, dass Megan höchstwahrscheinlich der Sündenbock für Susans Fehlinterpretationen des Lebens war.

Zuerst begann Susan mit der Prämisse, dass alle Probleme in ihren Entwicklungsjahren die Schuld ihrer Eltern war. Als sich ihr Leben dann fortsetzte, wurde diese kindliche Sichtweise immer wieder mit anderen geliebten sowie fremden Menschen abgespult. Susan war nicht gewillt, ihren langwährenden Glauben anzufechten, dass sie das Opfer einer Reihe von unsensiblen Menschen sei und dass sie völlig unschuldig sei. In ihren Augen hatten die Ursachen für die Schwierigkeiten, die ihr mit ihrer Schwiegertochter oder irgendjemand anderem begegneten, nichts mit ihr zu tun.

Wenn du nicht gewillt bist, dir ehrlich anzuschauen und bereit zu sein, dir einfach nur bewusst zu werden, welchen Anteil du darin hast, wie dein Leben auftaucht, dann wirst du ständig ein Opfer in deinem eigenen Leben sein. Wenn du eine gesunde Beziehung kreieren möchtest, dann musst du bereit sein, ehrlich Verantwortung für die Dynamiken, die du schaffst, zu übernehmen. Zum Beispiel: Hätte Susan den Mut gehabt, sich als die zentrale Figur im Erfolg oder Misserfolg ihrer Beziehungen zu sehen, hätte ihre Fähigkeit, mit ihrer Schwiegertochter in Beziehung zu treten, einen sofortigen dramatischen Wandel zum Harmonischen hin erfahren können. Traurigerweise aber, da sie auschließlich daran interessiert war, den Finger der Schuldzuweisung auf andere zu richten, war sie dazu bestimmt, weiterhin schwierige Beziehungen zu anderen zu haben.
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