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Zitat des Tages
Taruna N. Reupsch
www.reiki-lehrer-ausbildung.de

Es gibt nichts zu finden ausser der Erkenntnis, dass bereits alles da ist, sich der Blick nur im Suchen verirrt hat.


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Mensch, werde wesentlich



Bewusstseinserheiterung

Einladung zum Humor-Kongress am 27./28. Juli 2013 in Freudenstadt
Lang ist's her. Damals suchten die Mutigeren unter uns Bewusstseinserweiterung auf dem Weg nach Osten oder durch die Einnahme psychoaktiver Substanzen. Gut, das gibt es auch heute noch. Aber vieles ist anders geworden. Spiritualität und der spirituelle Hype sind im Westen angekommen; wer heute nach Osten reist, sucht dort vor allem gute Geschäfte oder preisgünstigen Urlaub. Das eigene Bewusstsein durch alltagsferne Ekstasen zu erweitern ist nicht mehr so beliebt wie damals, heute ist mehr Alltagsnähe gefragt. Das wertet das Streben nach Achtsamkeit auf, die Fähigkeit wach und präsent zu sein und ausreichend entspannt im beruflichen und privaten Alltag. Da bietet sich als Alternative zur Erweiterung die Erheiterung an – mit dem Vorteil, dass die Erheiterung des Bewusstseins es nebenbei auch erweitert, und zwar auf eine leichte, spielerische Weise.
Wir haben deshalb für ein Wochenende am 27. und 28. Juli 2013 ein Haus im Nordschwarzwald gebucht, an dem wir uns der Erheiterung widmen werden und dem Humor als Schlüssel zur Lebenskunst im Zeitalter von Stress, Hektik und Burnout. Der Heilkraft des Humors in allen Lebenslagen, und sogar diesem: dem Humor als Meta-Eigenschaft auf dem spirituellem Weg. Wer Yoga praktiziert, Achtsamkeit, Meditation, Nächstenliebe oder was auch immer deine spirituelle Praxis sein mag – ohne Humor läuft sie Gefahr, in Fanatismus und Fundamentalismus auszuarten, mit Humor hingegen entfaltet sie sich erst richtig. Und die Skeptiker, für die Spiritualität, Religion und Esoterik nur Hokuspokus ist, auch sie sind eingeladen: Humor als Weg der Selbsterkenntnis und Selbsttranszendenz funktioniert auch ohne irgendeine weitere spirituelle Praxis.
Erkenne dich selbst!
Hier ist das Prinzip, wie es geht. Das A & O der Persönlichkeitsentwicklung und ebenso des spirituellen Weges ist die Selbsterkenntnis. Von Sokrates Hebammenmethode bis Ramana Maharshis »Frage dich, wer du bist« dreht sich auf den philosophischen, spirituellen und mystischen Wegen im Kern der Suche alles immer um das: Wer bin ich? Womit identifiziere ich mich? (Wobei die Identifizierung eine anhaftende, also unwillkommene sein kann oder eine frei gewählte, wie etwa die mit Freunden und Wahlverwandten.) Überall geht es um die Identität, das Ich, das Selbst. Einige versuchen, diesem Zentrum unseres Daseins durch das Lesen von Philosophiebüchern auf die Schliche zu kommen – dann dauert es ziemlich lange, bis man drauf kommt. Andere machen Workshops wie das »Enlightenment Intensive«, in dem man sich viele Tage lang paarweise gegenübersitzt und nichts anderes tut als einander die Frage zu stellen: Wer bist du? Ist ziemlich anstrengend, führt aber auch zu Einsichten.
Wieder andere, Schlauere, gehen den Humorweg. Der ist alltagsnah, er taugt für alle Lebenslagen, und wenn man es geschickt anstellt, kostet er nichts (außer der einen oder anderen Blamage und in unserem Falle …. zum Eintrittspreis für den Kongress komme ich gleich). Außerdem ist der Humorweg entspannend und gesund, und du sparst Reisekosten: Du musst nicht nach Asien fliegen und brauchst keinen Ashram oder Guru aufzusuchen. Auch Arztkosten sparst du und eine langwierige Therapie, denn die meisten der chronischen Leiden lassen sich durch eine Erhöhung der täglichen Lachfrequenz deutlich lindern, wenn nicht gar heilen. Drittens gibt es Nebenwirkungen, die auf keinem Beipackzettel stehen: Plötzlich wirst du vom notorischen Langweiler zum beliebten Unterhalter. Und dann auch noch das: Auf einmal kannst du dich selbst ertragen! Ohne Humor wäre das nicht zu schaffen. Warum, das brauche ich dir ja wohl nicht zu erklären, du kennst dich selbst am besten: alle deine Tricks und Ausreden, deine Halbwahrheiten und verheimlichten oder prahlerisch vor dir her getragenen Schwächen, oft reicht es bei so viel Halbherzigkeit nicht mal zu einer richtigen Lebenslüge.
Gegensätze sind willkommen
Alle tief gehenden asiatischen Wege kennen das göttliche Gelächter und den weisen Kauz oder Heiligen Narren, der es auslöst und der auch selbst lacht. Es hat aber noch kein Kontinent den Humor als Begleitphänomen jeglicher Art von Kultur so weit entwickelt wie Europa. Verglichen mit Asien mangelt es unserem Kontinent zweifellos an mystischen Traditionen. Pech für uns, könnte man sagen, vor allem auch mit dem Blick auf die Jahrhunderte der Unterdrückung und Verfolgung durch die Kirchen. Aber dafür haben wir umso mehr den Humor entwickelt. Und haben für den Ausdruck des Humors in unseren Verfassungen Freiheiten erkämpft, die manchen asiatischen Ländern noch schmerzhaft fehlen. Ich nenne Humor den »Zen Europas«. Er ist sogar noch besser als alle diese mystischen Praktiken (fast alle), denn er kommt ohne Exerzitien aus.
Wer darin ein Künstler werden will, muss allerdings üben, das ist auch auf dem Weg des Humors nicht zu vermeiden, die Praxis ist in diesem Falle allerdings eine anarchische. Wie alle Wege der persönlichen Entfaltung kennt auch der Humorweg die Verehrung von Autoritäten, aber er mokiert sich über sie, während allzu viele spirituelle Wege noch immer in der Verehrung hängen bleiben.
Humor ist die Kunst des Umgangs mit dem Paradoxen. Die Widersprüche, die Logikern, Verwaltern und Rechthabern aller Art große Schwierigkeiten machen – der Humorist badet sich darin. Konflikte sind ihm willkommen als Stoff zur Dramatisierung, die in einer Pointe endet. Gegner und Widerstände sind willkommene Gegenpole zur Verstärkung von Kontrasten. Tragik ist nur die Rückseite der Komik, ohne Tragik wäre alle Komik flach.
Wer mal versucht hat, Gegensätze zu vermeiden und damit gescheitert ist, weiß, wovon ich spreche. Wenn wir sie nicht vorfinden, schaffen wir sie uns – warum sollten sich sonst zwei gegnerische Fußballvereine nicht dadurch beglücken lassen, dass man ihnen je einen Ball gibt? Den könnten sie doch problemlos auf das eigene Tor schießen, einen Torhüter und Verteidiger braucht man dann auch nicht mehr, niemand stellt sich in den Weg. Das Leben könnte so leicht sein, warum machen wir es uns nur so schwer? Nein, der Mensch sucht Widerstände und Gegensätze, er will, dass das Leben »spannend« bleibt und nicht, dass es entspannt. Deshalb darf er auch nicht zu viel lachen, denn das entspannt. Ernst ist eine gute Voraussetzung für Witz, Spannung für Entspannung – völlig entspannte Menschen lachen nicht, allenfalls lächeln oder schmunzeln sie, und das ist für uns Humoristen doch nicht Beifall genug.

Der Joker als höchste Karte
Ich habe die Zen-Meister Asiens verehrt, die Taoisten und Sufis und tue es noch immer. Dann aber habe ich entdeckt, dass Europa in den Tarotkarten den Narren zur höchsten Karte gemacht hat – aus ihm ist der Joker unserer Kartenspiele geworden. Wir haben das Glück, dass wir Till Eulenspiegel hatten, die Tradition der Hofnarren, Molière, Voltaire, Heine, Daumier und all die anderen, bis hin zu Kurt Tucholsky, Karl Valentin, Loriot und den Komikern der Gegenwart. Einige davon waren große politische Rebellen, oft mit einem Hang zum Anarchismus, den alle Komik in sich hat. Andere machten einfach nur das bürgerliche Leben erträglich, das sonst geradewegs in die Depression geführt hätte. Europa hat den jüdischen-chassidischen und den britischen Humor entwickelt, der jeweils weltweit einzigartig ist. Ironie, Parodie, Travestie, Persiflage, Satire, Glosse … es gibt so viele Arten des Humors, auch den schwarzen, der auch dem Tod und dem völligen Scheitern noch etwas abzugewinnen weiß, und den trockenen, der nicht mal mehr nach einem lösenden Gelächter giert.

Kultur des Witzes
Begeistert von den Upanischaden, den Geschichten um Krishna, den Texten von und über Ramakrishna, Ramana und Tagore, suchte ich einst in indischen Buchhandlungen nach weiterer spiritueller Literatur – und fand Witzbücher. Sammlungen von Witzen zu allen Themengebieten. Es waren ausschließlich britische und us-amerikanische. Hat Indien, dieser riesige Subkontinent, der sonst fast alles hat, was es in der Welt gibt, denn keine eigene Kultur des Witzes? Und was ist mit China, Japan, Afrika, Lateinamerika? Sie alle haben Witz und Humor, aber keine dieser Kulturen hat den Witz als literarische Kurzform und Mittel der fröhlichen Konversation so weit entwickelt wie die angelsächsische, die teilweise auf dem jüdischen Witz basiert, dem Witz einer verfolgten Minderheit in der Diaspora, die dort nach Wegen des Überlebens suchte.

Humor als Ausweg
Womit wir beim Humor als Ausweg aus vertrackten Lebenslagen wären. Humor als das, was hilft, wenn sonst nichts mehr hilft. Humor als Fluchtweg, als Rettung, die im Extrem sogar den Galgenhumor gebiert: »Na, die Woche fängt ja gut an«, sagt der zum Tode Verurteilte am Montag morgen, als er erfährt, dass er heute noch hingerichtet wird. Ist das dann ein Ausweg? Wenn er sich damit von seiner Identität lösen kann, dann ja. Von der Identifizierung mit seinem Körper und der Persona des zum Tode Verurteilten. Dann kann er darüber lachen, weil er weiß, dass er nicht nur das ist – und das vielleicht sogar nur irrtümlich. Das Leben geht weiter, auch nach dieser Hinrichtung, nur sein individuelles Leben nicht, mit dem er sich identifiziert hatte.
Die meisten der Herausforderungen, die sich unserer Fähigkeit zum Humor – der Fähigkeit über sich selbst zu lachen – stellen, sind geringere als in dieser Geschichte. Aber auch wir sind dem Tod Geweihte. Und aller Humor hat damit zu tun, sich von der Vorstellung lösen zu können, wer man zu sein glaubt. Von der eigenen Identität, dem Ich. Humor haben heißt, mit der eigenen Identität spielen zu können. Bin ich der, für den mich die anderen halten? Für den ich selbst mich immer gehalten habe? Wer sich diese Frage täglich stellen kann, braucht sonst keine Unterhaltung mehr. Es ist doch spannend genug, den eigenen »Einbildungen« zuzusehen, dem, für wen ich mich tagein, tagaus und auch jetzt wieder halte, vor allem, weil das ja nicht immer derselbe ist. Eigentlich komisch, wie sich der da verhält. Erstaunlich. Wer den Trick raushat, dem ohne Selbstvorwürfe, liebevoll und genau zuzusehen, für den ist es erheiternd: bewusstseinserheiternd!

Der Humor-Kongress Bewusstseinserheiterung findet am 27./28. Juli 2013 in Freudenstadt, Nordschwarzwald statt. Organisation über OneSpirit GmbH, Baden-Baden, in Coop mit Humorcare D/A/CH und der Connection AG. Moderation: Wolf Schneider. Die Referenten werden demnächst bekannt gegeben (Eckart von Hirschhausen wurde angefragt). Geplant ist, Loriot zu Ehren, die Verleihung des Humor-Awards der »Goldenen Nudel«.
Eintrittspreise: Ein Tag 99 € / Vorverkauf (bis Anfang Juni) 85 €
Zwei Tage 169 € / Vorverkauf: 150 €. Buchungen über: info@onespirit.de.
Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl empfehlen wir eine zeitige Buchung.

Wolf Schneider, Jg. 1952. Autor, Redakteur, Kursleiter. Studium der Naturwiss. und Philosophie (1971-75) in München. 1975-77 in Asien. Seit 1985 Hrsg. der Zeitschrift connection. Seit 2008 Theaterspiel & Kabarett. Kontakt: schneider@connection.de, www.connection.de

 




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Wolf Schneider

Wolf Schneider, Jahrgang 1952, studierte Naturwissenschaften und Philosophie in München. Schon während seines Studiums begab er sich auf Reisen. Die nächsten Jahre verbrachte er in Europa und Südasien, wo er ab 1976 als buddhistischer Mönch in Thailand lebte und von 1977-1990 Schüler von Osho war. Zurück in München gründete er 1985 die Zeitschrift connection, die noch heute als connection Spirit mit der Sonderheftreihe connection Special erscheint. Seinen 2005 gegründeten Verlag mit integrierter "Schule der Kommunikation" wandelte er Anfang 2008 erfolgreich in eine AG um. Im Connectionhaus veranstaltet er Jahrestrainings unter dem Motto: "Kreativität, Kommunikation und Inszenierung". Mit seiner offenen, ehrlichen und humorvollen Art zu kommunizieren, schenkte er uns ein wunderbares Theaterstück (Zauberkraft der Sprache) und zahlreiche Bücher, die uns Leser in eine spannende Welt der Spiritualität entführen. Sein neuestes Buch: "Das kleine Lexikon esoterischer Irrtümer" erscheint im August 2008 im Gütersloher Verlagshaus.



Zusätzliche Informationen:
» www.wolf-schneider.info

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