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Jazzig swingend mit Gott
Interview mit Anke Zohm von Birgit Kratz
Diese CD 'Deep in my Soul' von Anke Zohm war einfach so zu mir gekommen. Ich hatte gedacht: 'Hm. Na ja, schönes Cover... und in Folie eingeschweißt...'

Irgendwann war es so weit, dass ich sie hören wollte. Ich quälte mich wie immer, die Folie aufgerissen zu bekommen, legte die CD in den Player in der Küche. Und als ich den ersten Song hörte, dachte ich: 'Wow, das ist klasse! Ein swingendes Morgengebet an Gott. Auf diese Kombination wäre ich nie gekommen. Das ist ja echt bewusstseinserweiternd und befreiend!'...
                  
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Ich habe die CD aus dem Player in der Küche rausgenommen und sie in den, der beim Computer steht, eingelegt, um sofort meine Rezension zu dieser Musik schreiben zu können - sie ist hier nachzulesen.

Birgit: Anke, wie bist Du auf Deine Form, für Gott zu singen, gekommen?

Anke:  Ich habe in meinem Leben oft mit Gott gesprochen - Ihn gebeten, dass Er meine Familie, meine Freunde und mich beschützt. Ich habe mich bei Gott für Gutes und Schönes in meinem Leben bedankt. Aber ich habe Gott nie gespürt. Ich dachte: "Da sprichst du zu Gott und bekommst keine Antwort." Und ich fragte mich:"Wann wird Er antworten? -  Wie macht Er sich bemerkbar?"
 
Gott begegnete mir in der Stille, in einem Moment in meinem Leben, in dem ich sehr verzweifelt war. Ich nahm einen Zettel, auf den ich schrieb: "With all my pain and sorrow I pray to you my Lord..." Weiter kam ich nicht, denn ich hatte einen dicken Kloß im Hals. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich weinte. Irgendwann fing ich an zu beten, ja, ich sage bewusst "beten", denn meine Art mit Gott zu sprechen hatte eine andere Form angenommen.

Ich bat Gott um Hilfe, weil ich nicht mehr wusste, wie es in meinem Leben weiter gehen sollte. Ich schrieb weiter auf meinen Zettel: "I hope that you can hear me, please help me to be strong." Dann wurde ich innerlich ganz ruhig. Ich glaube, das war der Moment, in dem ich Gott spürte. Ich fühlte, dass Gott mich versteht, für mich da ist, wenn ich Ihn brauche und mich liebt. Das alles ist so unendlich schwer zu erklären. Dieses Gefühl, dass Gott mich liebt, so wie ich bin, gab mir die Kraft meinen ersten Song zu Ende zu schreiben: "Through all my fear and sadness lend me your helping hand and lead me through the darkness into the day of light."

Wenn ich jetzt sage: "Wie von Geisterhand geführt nahm ich meine Gitarre und komponierte eine Melodie zu diesem Text", klingt das vielleicht kitschig, aber genau so war es. Mein erster Song war fertig, und für mich war er einfach perfekt. Es vergingen einige Tage, und der nächste Song entstand. Ich fühlte eine unglaubliche Dankbarkeit Gott gegenüber und schrieb den Song "Let my feelings flow"... ( to everyone). Zu diesem Song entstand eine Melodie, die mich an Countrymusic erinnert. Hier muss ich erwähnen: Ich fühle in vielen Musikrichtungen zu Hause. Ich mag fast jeden Musik (wenn sie gut interpretiert wird:-). Deshalb entstanden zu jedem Song andere Melodien, die man den unterschiedlichen Musikstilen Pop, Jazz, Countrymusic, Folk und Blues zuordnen kann.
 
Birgit: Was mich an Deiner CD am meisten fasziniert, ist die Authentizität, die ich in Deiner Stimme - nein, eigentlich im gesamten Album - höre. Was geschieht mit Dir, wenn Du singst? Was bedeutet das Singen für Dich in Deinem Leben?

Anke:
Uih - es fällt mir nicht so leicht diese Fragen zu beantworten. Ich habe immer schon gern gesungen. Irgendwann entschloss ich mich, meine Stimme ausbilden zu lassen. Danach folgten Auftritte mit Pianisten und in kleinerer Besetzung (Piano, Bass und Schlagzeug). Ich habe ausschließlich gecoverte Songs gesungen - aber - das waren nicht meine eigenen Songs. Erst als ich meine eigenen Songs geschrieben und komponierte hatte, fand ich zu meiner Stimme. Ich traute mich, "echt" zu sein, meine Stimme mit all dem anzunehmen, was mich ausmacht. Es macht mich glücklich und frei, meine Gefühle im Singen ausdrücken zu können. Wenn ich während meines Singens sehe, dass Menschen sich darüber freuen oder weinen, ist das für mich ein riesengroßes Geschenk.
 
Birgit: Magst Du etwas über Dein gemeinsames musikalisches Wirken mit Volker Kaczinski, mit dem Du die CD gemeinsam aufgenommen hast, berichten?

Anke: Als ich Volker in seinem Tonstudio in Engelskirchen-Ründeroth kennenlernte, hatte ich gleich das Gefühl, dass die Chemie zwischen uns stimmt. Wer Näheres über Volker erfahren möchte, besucht am besten seine Website www.musicpool-tonstudio.com.

Volker ist für mich nicht nur ein ganz wertvoller Mensch, sondern auch ein begnadeter Musiker. Wenn er auf seinen Instrumenten spielt, spüre ich seine Liebe und Hingabe zur Musik. Noch nie in meinem Leben ist mir ein Musiker begegnet, der mich musikalisch so bereichert hat. Wenn ich mit Volker zusammen musiziere, ist es da:  
"Das Leuchten des Augenblicks. " 
  
Birgit: Für wen hast Du Deine Lieder, die auf der CD zu hören sind, bisher gesungen? Kann man Dich auch auf der Bühne erleben?

Anke: Am 25.10.2008 hatte ich in Köln einen Gastauftritt zu Volker Kaczinskis Konzert, am 28.02. 2009 habe ich meine CD mit meiner Band in der Garather Freizeitstätte präsentiert. Danach folgten Auftritte in Kirchen und zu Trauungen.
Ja, man kann mich auf der Bühne erleben - wenn man mich engagiert:-)

Birgit: Danke für Deine Musik und auch für dieses Interview! Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du noch von vielen Menschen entdeckt wirst, die mit Deinen Liedern so resonieren, wie ich selber.
 
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